Barockes Wien

Die heimliche Hauptstadt des Barock

Es gibt kaum eine Stadt in Mitteleuropa, die heute noch so nachhaltig durch barocke Prachtbauten geprägt ist wie Wien.

Barock ist in Wien überall zu finden: Ob es sich um wesentliche Teile der Hofburg handelt, die Nationalbibliothek oder die Schlösser des Prinzen Eugen - Freunde der barocken Kunst und Architektur kommen voll auf ihre Kosten. Auf unserer Tour durch das barocke Wien besuchen wir natürlich auch die Karlskirche, die schönste Barockkirche nördlich der Alpen, und bestaunen in ihrer Kuppel die überwältigenden Fresken von Michael Rottmayr aus nächster Nähe. Weitere barocke Highlights sind die Deckenfresci von Daniel Gran in der ehemaligen Hofbibliothek Kaiser Karl VI. und die Gemälde im Kunsthistorischen Museum.

Spezialführung "... Grundschippel und Kuchlschlamp..." - Ein Einblick in den barocken Alltag

Mit diesen Worten wetterte der Hofprediger Abraham a Santa Clara gegen das einfache Volk und das Bürgertum Wiens, als er das Nichteinhalten der standesgemäßen Kleiderordnung anprangerte. Nicht nur die Kleidung wurde unseren Vorfahren vorgeschrieben auch Küche und Keller wurden kontrolliert, um "der Schlemmerei der Wiener Einhalt zu gebieten".

Trotz der vorgeschriebenen Ständeordnung lebten die Menschen der unterschiedlichsten Klassen näher beieinander, als man annehmen möchte: als gesellschaftsverbindend erwiesen sich die Wohnhäuser. Die sanitären "Einrichtungen" dieser als auch die hygienischen "Vorschriften" der damaligen Zeit sind für den komfortgewohnten Menschen des 21. Jahrhunderts unvorstellbar.

Wir beginnen diesen Stadtspaziergang am Albertinaplatz, gleich in der Nähe gibt es ein Denkmal von Abraham a Santa Clara, wo Sie mehr über die Kleidungsvorschriften des 17. und 18. Jahrhunderts erfahren, und auf der Augustinerbastei hören Sie Einiges über 'Lust und Laster' der barocken Zeit. Am Lobkowitz- und Josefsplatz gehen wir folgenden Fragen nach: Wie stand es um die Körperpflege? Welche Aufgaben außer der Rasur übernahm der Barbier noch in der Stadt? Warum führte Kaiser Joseph II eine 'Schminksteuer' ein? Nach Klärung dieser essentiellen Fragen der Körperhygiene widmen wir uns im Schweizertrakt dem Tisch der Wiener, der nach Reiseberichten der damaligen Zeit den sinnlichen Genüssen nicht abgeneigt gewesen zu sein schien. Wen Kaiser Leopold I losschickte, um der Schlemmerei der Wiener Einhalt zu gebieten, klären wir bevor wir uns weiter zum Michaelerplatz begeben, um einen Blick auf die Unterhaltung im Barock zu werfen - meinte doch schon Kaiserin Maria Theresia "denn Spectacle müssen seyn". Über die Habsburgergasse und dem Graben - 'Grabenfiaker' und 'Grabennymphen' gehörten zum Stadtbild der barocken Zeit - geht es zur Dorotheergasse. Dem Umstand, die schönste Palaststrasse Wiens zu sein, verdankte sie die erste Strassenbeleuchtung Wiens bereits im 17. Jahrhundert. Am Neuen Markt angekommen hören Sie mehr über die Märkte der damaligen Zeit, die das Versorgungszentrum der Stadt bildeten - 'Höckerweiber', 'Trageweiber' und 'Fratschler' mischten sich in das bunte Treiben. In den engen Altstadtgassen des Franziskaner- und Blutgassenviertels runden wir den Blick auf das barocke Alltagsleben ab: Wohnverhältnisse, Wasserversorgung, Straßen und klären zum Schluss welche Aufgabe die 'Buttenweiber' hatten. Wir beenden den Spaziergang hinter dem Stephansdom.